Wo zu Guttenberg noch Verteidigungsminister ist… Wenn die Zeit den Journalismus einholt

März 24, 2011 by · 19 Comments
Filed under: Literaturkritik 

Ich lese Frauenzeitschriften. So – jetzt ist es raus.

Als Germanistin, Akademikerin, selbstbewusste Frau, die sich wenig um Klatsch und Tratsch schert, lese ich Frauenzeitschriften! Und das nicht nur beim Arzt – ich KAUFE sie sogar. Regelmäßig und gerne.
Gut, streng genommen ist es nur eine – die Cosmopolitan.

Warum? Das ist etwas, das sich mir selbst bis heute nicht erschließt. Die Modetipps finde ich oft gruselig (außer einen, dem ich tatsächlich gefolgt bin – grauer Nagellack – SCHICK!) und die Masse an Werbung ärgert mich jeden Monat aufs Neue. Trotzdem bleibe ich treu.

Doch jetzt musste ich mich wundern und auch ein wenig schmunzeln.

Seit einigen Tagen liegt die Aprilausgabe bei mir herum und wurde auch ein wenig gelesen. Was liest die Frau von heute zunächst? Das Horoskop :D Und ja, mein April scheint nicht schlecht zu werden.

Dann wird wahllos durchgeblättert. Ein Artikel für das Covergirl des Monats: Gisele Bündchen – nun, das reizt mich nicht sonderlich.

Aber dann… die nächste Seite. Seite 41: „It’s Showtime, Baby!“ – wer strahlt einem dort entgegen? Das Ehepaar zu Guttenberg! Die Artikelüberunterschrift sagt, es gehe um „Power-Couples

DAS wird gelesen.

Anhand der Paare zu Guttenberg und Wulff wird hier wunderschön erklärt, warum die beiden bzw. vier eben KEINE „Power-Couples“ sind – denn die Frauen sind hier letztlich auch nur Anhängsel, die vom Erfolg ihrer Gatten profitieren. Soweit so gut… inhaltlich jetzt nichts, was die 2,90 Euro wert wäre, aber sei es drum.

Was allerdings nervöse Zuckungen verursacht: „Die Ehefrau des Verteidigungsministers“, zu Guttenberg als einer der „beliebtesten Politiker des Landes“.

Hm… da hat die Realität den Schreiber wohl schneller eingeholt, als er schreiben konnte.

Klar  – ich kann verstehen, dass man einen Artikel über ein an sich interessantes Thema nicht so ohne weiteres aus dem Magazin schmeißt oder kurzfristig umschreibt. Allerdings war der Rücktritt des Verteidigungsministers nicht gestern. Selbst wenn man einen solchen Artikel so stehen lassen möchte, könnte man am Ende nicht vielleicht eine kleine Fußnote (passend zum Thema ;) ) machen, dass das aktuelle Geschehen den Artikel ein wenig eingeholt hat und der Mann nicht mehr Verteidigungsminister und seine Frau nicht mehr Frau des Verteidigungsministers ist?

So bleibt: In der Cosmopolitan ist Guttenberg im April noch im Amt, auch wenn er längst zurück getreten ist. Und auch, wenn wohl niemand tagespolitische Informationen in einer Frauenzeitschrift sucht, wirkt es doch ein wenig befremdlich…

Karneval – warum wir keine Freunde werden…

März 3, 2011 by · 2 Comments
Filed under: Allgemein, Gedanken 

Karneval ist nichts für mich…

Vielleicht liegt es an traumatischen Erlebnissen mit Karneval in der Kindheit, vielleicht daran, dass ich aus Norddeutschland komme, wo man bekanntlich zum Lachen in den Keller geht…

Im Kindergarten wurde man halt von Eltern in lustige Kostüme gesteckt, in der Grundschule hatte ich sogar noch sowas wie Freude am Karneval, denn anders als hier in Rheinland-Pfalz war an den Schulen nicht ab Schwerdonnerstag (bzw. im Norden „Weiberfastnacht“) schon Ausnahmezustand, und schon gar nicht wurde sich verkleidet.
Das durfte man dann – und NUR dann – am Rosenmontag.

Und damit beginnt vielleicht meine Abneigung gegen den Karneval. In der ersten Klasse hatte ich irgendeine Kinderkrankheit (ob Windpocken, Röteln, Ringelröteln – ich weiß es nicht mehr). In der zweiten Klasse fiel der Unterricht am Rosenmontag aus – es hatte massiven Eisregen gegeben. Also war auch da die Enttäuschung groß. Im Jahre darauf war mein Jahr! Ich war Ballerina! Mit rosa-weißem Tutu – genäht von der Oma. Hunderte von Lagen Stoff! Ich war sooooo glücklich. Damals war ich sogar auch noch in einer „Mädchengruppe“ der Kirchengemeinde, so dass ich das Ding sogar ZWEI Mal anziehen konnte. Klasse. Jetzt würde alles gut werden und ich sicherlich in die Fußstapfen meiner karnevalsbegeisterten Tanten treten! Oder auch nicht – denn in der vierten Klasse war ich pünktlich zum Rosenmontag wieder krank.

Mein Vater versuchte dann im folgenden Jahr noch zu retten, was zu retten war, indem er mit mir zum „Ossensamstag“ ging: dem Karnevalsumzug in Osnabrück! Ja, auch in Norddeutschland gibt es sowas! Aber halt samstags… mit vielen Betrunkenen und noch mehr Glasscherben auf den Straßen. Es ist nicht schön, knöcheltief in Scherben zu stehen…

So begann meine schleichende Gleichgültigkeit gegenüber dieser aufgesetzt-ausgelassenen Zwangsfröhlichkeit. Schminken konnte man sich als Metalfan auch das ganze Jahr über lustig – wenn auch weniger bunt.

In meiner Zeit in Hannover ging das Ganze sehr spurlos an mir vorbei – vermisst habe ich nichts.

Aber dann… dann zog ich nach Koblenz. Und eines meiner ersten Vorstellungsgespräche meines Lebens hatte ich ausgerechnet am Rosenmontag in Koblenz. Gewarnt hatte mich niemand… so kam ich schon entsprechend gestresst an – den Job bekommen habe ich trotzdem.

Seit ich in Rheinland-Pfalz lebe und vor der Wohnung meines heutigen Mannes ein Karnevalsumzug gestellt wurde, mischt sich immer mehr Befremdung in die Gleichgültigkeit. Vielleicht liegt es daran, dass ich Menschenmassen nicht mag oder daran, dass ich es nicht leiden kann, von fremden Menschen angefasst zu werden; vielleicht auch daran, dass die Fröhlichkeit leider zu oft mit massivem Alkoholkonsum einher geht. Vielleicht an Begegnungen der besonderen Art auf Umzügen.

So konnte ich im letzten Jahr meinen Sohn gerade noch zurückreißen, als eine ältere „Dame“, um an irgendwelche „Kamelle“ zu kommen, vor einen der Wagen im Zug schubste… oder eine andere Bonbons aus dem Kinderwagen meines Neffens klaubte. So ganz sauber ist das nicht, oder? Gut – Ausnahmen mögen es sein, aber eben keine, die meine Zuneigung fördern.

Das bedeutet nicht, dass ich irgendetwas totalverweigere. Mein Sohn hat Spaß daran. Und ich bin gerne bereit, ihn zu kostümieren, zu schminken und mich mit ihm an den Straßenrand zu stellen, um meine Handtasche zum Bonbonbeutel umzufunktionieren.

Aber liebe Jecken, seid gewarnt: Wer mir versucht, bunte Farbe ins Gesicht zu schmieren, wird vielleicht gebissen. Und was mit toternst ist: Wer meinen Sohn vor einen Wagen schubst, den werde ich schubsen…

Wer sich aber trotzdem schon mal einstimmen möchte auf die kommenden närrischen Tage, kann dies im Blog von Thomas Lachettas machen, der sich sehr viel Mühe gemacht hat, als „Südbadener“ seine Begegnung und Erfahrung mit dem Kölner Karneval zu schildern und dies mit vielen bunten Bildern und noch bunteren Karnevals-Gassenhauern zu schmücken!

Ansonsten allen Jecken und heute natürlich vor allen Dingen den Weiber und Möhnen:

Viel Spaß! Alaaf oder Helau – ganz wie es beliebt! ;)

 

PS: Habe doch noch ein Kostüm gefunden, das mir gefällt. Mit Bauanleitung und finsterem Blick unter Karneval.Blog.de!

Markus Heitz- Teil 2 des Lobgesangs

März 2, 2011 by · 1 Comment
Filed under: Literaturkritik 

Wie versprochen geht es an dieser Stelle nun weiter mit meiner Lobeshymne auf einen bemerkenswerten deutschen Autor.

Im ersten Teil meines Lobgesangs habe ich beschrieben, wie Herr Heitz mich mehr und mehr für sich einnahm und schließlich dazu zwang, seine weiteren Werke zu lesen.

Die beiden Werwolfbücher, die in sich einen einzigen Roman bilden, haben bereits im Teil 1 ihre Kritik und ihr Lob erhalten. Ebenso das erste Buch über die Judaskinder – Herrn Heitz Vampir-Serie. Weiter gehen soll es nun mit den „Blutportalen“ – zugegeben: Irgendwann schaue ich eher auf Autor und Titel, als auf den Klappentext und so vermutete ich hinter diesem Roman eine weitere Episode rund um die Vampire des „Kinder des Judas“-Buchs. Dem ist nicht so. Viel mehr stellen die „Blutportale“ eine recht eigene Einheit im Bereich der „Dunklen Spannung“ dar. Saskia, eine junge Frau, die in einem Geheimbund fechtet – in Matches, in denen nicht nur Blut fließt, sondern auch sehr ernsthafte Verletzungen nicht auszuschließen sind – und Will, der eine Villa house-sittet, geraten in dieser Villa auf einer Party in Kontakt mit wahrhaft finsteren Mächten. Saskia fechtet gegen einen Dämonen, der eine dunkle Macht in ihr erweckt – eine Macht, die dem Wesen helfen soll, Herrschaft über die Welt zu erlangen. Verschiedene Artefakte gilt es nun zu finden, die nicht nur über den Erdball, sondern auch in verschiedenen Zeiten verstreut sind. Saskia und ihre Mitstreiter wechseln durch Portale von einem Ort und einer Zeit zur anderen, um die Artefakte zu finden. Hierbei treffen sie auf verschiedene Figuren, die teilweise bereits aus den Werwolf-Romanen und auch den „Kindern des Judas“ bekannt sind. Und auf einige, die uns in späteren Romanen wieder begegnen werden.

Blutportale“ ist fies – es ist ein bluttriefendes Buch, das nicht immer in sich logisch ist. Aber es ist spannend. So fällt es nicht schwer, über den ein oder anderen Patzer hinweg zu sehen- für zart besaitete Gemüter ist dieses Buch jedoch nicht zu empfehlen.

Sehr wohl zu empfehlen ist es für alle, die die beiden anderen Bücher über die Judaskinder lesen wollen. Speziell für das letzte der Vampirbücher „Judastöchter“ ist es dringend zu empfehlen, die „Blutportale“ vorher gelesen zu haben.

Womit wir dann auch wieder bei den Vampys wären.

Auch das zweite Buch „Judassohn“ habe ich ebenso verschlungen wie seinen Vorgänger. Schwächer als „Kinder des Judas“ war der Roman ohne Frage. Wieder ist es Sia, die die Hauptrolle spielt und sich ganz allein als letztes der Judaskinder wähnt. Wenn aber die Hauptdarstellerin eine Frau ist, das Buch aber Judassohn heißt, braucht es keine subtilen Hinweise, um sich denken zu können, dass da noch was kommt. Ein eingehendere Betrachtung hatte ich bereits geschrieben, direkt nachdem ich den Roman beendet hatte. Netterweise fand sich im Nachwort der Hinweis, dass es eine Fortsetzung geben werde und wann diese erscheint. Mein Outlook hat mich sehr brav im Dezember daran erinnert, dass ich dringend einkaufen muss :D

Die Zwischenzeit habe ich mir mit anderen Büchern und ein bisschen Malerei vertrieben, denn das Cover von „Judassohn“ hinterließ wirklich Eindruck bei mir:

Meine an sich positive Meinung zu „Judassohn“ teilen offensichtlich nicht alle. In einem Blog der „Literaturfee “ fragt sie sogar ihre Leser, ob sie denn dem nächsten Roman überhaupt noch eine Chance geben solle, weil der zweite Roman der Reihe sie enttäuscht hat (und andere, wie ein Kommentar zeigen, wohl auch). Zum Glück sind Geschmächer verschieden – und das zeigt auch die Poll-Umfrage. Die meisten würden dem Roman eine Chance geben. Und auch ich kann die „Judastöchter“ nur empfehlen.

Nicht nur, weil es sich hier um ein spannendes Buch handelt, sondern weil es ein Wiedersehen mit vielen Figuren aus den anderen Romanen gibt und sich die ein oder andere Wirrung hier auflöst. Eric Kastell ist wieder da, ebenso wie seine Schwester, die Dämonendiener, Werwesen und selbst die Schwesterschaft, die Eric Schwester protegiert ist wieder da. Und natürlich Sia. Denn „Judastöchter“ beginnt, wo „Judassohn“ endet. In dem Anschlag auf die beiden Mündel von Sia, ihren Nachfahren, die sich schützen wollte. Auch zu den Judastöchtern habe ich eingehender geschrieben. Es ist ein Buch, dessen Ende schmerzt. Es schmerzt, weil man mehr will und einfach wissen will, wie es mit den Protagonisten weiter geht.

Statt aber mir einen Hinweis im Nachwort zu geben, wann mein Outlook mich an den nächsten Kauf erinnern soll, teilt Herr Heitz mit, dass es kein weiteres Buch geben wird und die „Judastöchter“ den finalen Abschluss der Dunklen Spannung darstellen.

Auch wenn ich mich lieber motzend in die Ecke setzen würde, bis er weiter schreibt, habe ich beschlossen, statt dessen lieber seinen anderen Reihen eine Chance zu geben. Fantasy… *grusel*
Ob ich das schaffe? Messen lassen muss sich bei mir jeder Fantasy-Schreiberling an Michael Moorcock und seinem „Ewigen Helden“ in all seinen Inkarnationen. DAS war Fantasy, die mir gefallen hat! R.A. Salvatores Drizzt Do’Urden hat mich dann irgendwann durch die schiere Masse an Büchern aufgeben lassen – so großer Fantasy-Fan werde ich wohl nicht mehr. Aber ich bin gespannt auf die Zwerge-Saga von Herrn Heitz und nutze die Gelegenheit, mich an dieser Stelle demnächst mit wirklich guter Fantasy-Literatur auseinanderzusetzen: Mit Michael Moorcock.

Markus Heitz – mein Lobgesang auf einen Autor, der mich zurück auf die dunkle Seite holte.

März 1, 2011 by · 4 Comments
Filed under: Literaturkritik 

Oder: Wie Markus Heitz mich erst sauer machte und dann meine Liebe zu Vampiren wieder entfachte

Man stöbert so durch eine Buchhandlung, bleibt mal hier hängen, mal da. Schon wieder ein ermordetes Kind, schon wieder eine vergewaltigte und verstümmelte Frau… irgendwann hat man es satt.

Doch halt! „Ritus“ klingt gut! – allerdings… Werwölfe?! Ihhh ba!!

Aber egal – bevor ich von der nächsten Pathologin lese, die unglücklich verliebt ist, nehme ich doch lieber so ein Buch über Schoßhündchen

So in etwa verlief meine erste Begegnung mit Markus Heitz als Autor. Als jemand, der Fantasy nur sehr selten liest, war er mir kein Begriff. Gekauft habe ich das Buch dennoch. Und was soll ich sagen? Ich war genervt!

Zwei Zeiten – Frankreich in der Mitte des 18. Jahrhunderts und heute. Was soll das? Kann man nicht EINE Geschichte erzählen? Ein gekauftes Buch im Hause Huss-Schäfer wird allerdings nicht angefangen und weggelegt – unter gar keinen Umständen.
Also musste ich die Zähne zusammenbeißen und durch… aber was dann kam?! Ich war gefesselt. Jean Chastel und die Äbtissin Gregoria, die die Bestien jagen, die das Gévaudan verunsichern auf der einen, Eric von Kastell der heute Jagd auf die Werwölfe bzw. Werwesen der Neuzeit macht, auf der anderen Seite. Keine Spur von flachen, schwarz-weiß-malenden Fantasy-Figuren; stattdessen innerlich zerrissene Charaktere. Ein klein bisschen erinnerte Eric von Kastell mich an Michael Moorcocks Elric von Melniboneé, ein bisschen aber vielleicht auch an den Comic-Helden und Vampirjäger Blade.

Soweit die beiden Handlungsstränge anfangs auch getrennt schienen, umso mehr verflochten sie sich zumindest vor dem geistigen Auge im Laufe des dünner werdenden Buchs und die Frage drängt sich mir immer mehr auf: Geht dem Autor gleich der Stoff aus und es ist einfach Ende?

Und die Antwort auf diese Frage lautete dann urplötzlich: JA!

WAS???Das Buch war einfach zu Ende. Die Geschichte aber nicht.
Suuuper Sache – auf sowas stehe ich… -.- Ich war sauer – um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Da liegt man mitten in der Nacht im Bett und fiebert dem großen Finale entgegen – denkt sich: „Ach, was soll es schon, dass ich um 5h wieder aufstehen muss…“ und liest und liest und… ENDE.

Nein, Herr Heitz – so weit geht dann auch die Liebe zu einem anderen Germanisten nicht, als dass ich so etwas verzeihen könnte. Aber was nützt aller Groll, wenn man doch wissen will, wie es weiter geht?! (Also muss man kleinlaut eingestehen, dass aus Marketing-Sicht alles richtig gemacht wurde…)

Am nächsten Tag habe ich mich dann direkt auf die Suche nach „Sanctum“ gemacht und in ähnlichem Tempo verschlungen, wie schon den ersten Teil dieses Romans.

Fertig mit der Geschichte und ihren zwei Büchern, machte sich das mir zu gut bekannte Gefühl breit: Ich will eigentlich mehr davon!

Nachdem ich die ein oder andere Buchhandlung durchstöbert hatte, fand ich heraus, dass Herr Heitz offensichtlich eigentlich eher für seine Zwergen-Bücher bekannt ist. Aber Zwerge? Die sind ja noch schlimmer als Werwölfe -.-

Nein, zu reiner Fantasy konnte ich mich nicht durchringen. Doch irgendwann standen die „Kinder des Judas“ im Regal.

Zunächst irritierte mich auch dieser Roman sehr – die Hauptprotagonistin Sia steht in bester Mischung aus Ultimate Fighting und Fight Club in der Arena und kämpft als Vampirin recht unfaire Kämpfe, wenn sie nicht gerade auf ihrer Hayabusa durch die Weltgeschichte düst oder als Sterbebegleitung im Krankenhaus denen Gesellschaft leistet, deren Tod sie kommen fühlt.

Doch auch hier macht Heitz das, was bei den beiden Werwölfbüchern schon gut geklappt hat – es werden zwei Geschichten erzählt: Die von Sia heute und die von Jitka/Scylla und ihren Erfahrungen als Mensch im 17. Jahrhundert in Osteuropa und ihrer Verwandlung in einen Vampir – nicht irgendeinem Vampir, sondern einem Judaskind. Der „Elite“ der Vampire, wenn man so will. Man lernt Weggefährten, Freunde und Feinde der rothaarigen Schönheit kennen und begegnet – auch wenn man es hier noch nicht weiß – Protagonisten aus künftigen Büchern. Mit „Kinder des Judas“, ihrem Verzweifeltem Kampf gegen das Sterben, ihre inneren Dämonen und gegeneinander war meine Liebe zu Vampiren wieder geweckt!

Wer „früher“ (meine Güte fühlt sich das alt an…) schon gerne Vampire mochte, der wird auch Sia und ihren Clan lieben. Und dem seien die Vampir-Romane nur ans Herz gelegt.

Um jetzt aber nicht zu viel Zeit der geneigten Leser in Anspruch zu nehmen, mache ich es wie Heitz:

Weiter mit meinem Lobgesang geht es im zweiten Teil!