PP – Professionelles Prokrastinieren
Prokrastination ist nicht nur PP = persönliches Pech!
Ich bin nun lange genug selbständig, um immer wieder festzustellen, dass viele Firmen die Prokrastination auf höchst professionellem Level betreiben. Wie das aussieht?
Dezember: „Ach, wissen Sie… so zum Jahresende… da läuft bei uns nicht mehr viel… Sie wissen schon: Feiertage, Urlaub…“
Januar: „Ach, wissen Sie… so am Jahresanfang… da gibt es so viel Internes zu regeln…. Man muss sich ja erstmal wieder einfinden…“
Februar: „Ach wissen Sie… DIE hat gerade frei – ist doch Karneval! Und ich denke schon, wir sollten Sie in die Entscheidung mit einbeziehen…“
März: „Ach wissen Sie… so zum Quartalsende… lassen Sie uns doch nächsten Monat mal reden…“
April: „Ach, wissen Sie… wir sind grad wirklich schlecht besetzt… Osterferien und so…“
Mai: „Ach wissen Sie… es sind grad so viele im Urlaub. Ist doch Brückentag / 1. Mai / Himmelfahrt / Pfingsten…“
Juni: „Ach wissen Sie… es sind grad so viele im Urlaub. Ist doch Brückentag /Fronleichnam und dann ist ja auch noch Quartalsende…“
Juli / August: „Ach wissen Sie…. Es sind doch (bald) Sommerferien… da entscheidet hier keiner mehr was…“
September: „Ach wissen Sie… es waren doch gerade Sommerferien… da muss man sich doch erst mal wieder einfinden… lassen Sie uns im Oktober….“
Oktober: „OH GOTT OH GOTT OH GOTT! Ich weiß gar nicht mehr, wohin mit der vielen Arbeit! Es ist sooooooo viel liegen geblieben… da müssen wir uns erst drum kümmern! Lassen Sie uns im November…“
November: „Ach wissen Sie… es sind grad so viele im Urlaub. Ist doch Brückentag /Allerheiligen… und außerdem ist das Jahr ja bald schon vorbei… melden Sie sich doch im Januar…“
Und da wundert es noch jemanden, dass Firmen ihre Projekte nicht abgewickelt bekommen, kein geeignetes Personal finden, keine neuen Webseiten auf die Beine gestellt bekommen?
Kurz und knapp:
Nichts funktioniert, für das man Außenstehende braucht; weil man die Zeit, in der man dann tatsächlich arbeiten könnte, zum Jammern nutzt, dass man keine Mitarbeiter hat/findet, dass nichts läuft, dass es dem Mittelstand so schlecht geht und dass das gesamte Geschäftsklima in Deutschland ach so schlecht ist?
Vielleicht sollte man anfangen, sich Gedanken darüber zu machen, dass man Teil dieses Klimas ist und dass es dem Geschäft nicht förderlich ist, wenn man selbst oder seine professionell prokrastinierenden Mitarbeiter/innen einem selbst im Weg stehen. Wenn niemand ohne den anderen Entscheidungen treffen kann/will und „der andere“ aber ständig nicht da ist…
Und wer es sich dann wirklich mal durch den Kopf gehen lassen möchte: Die Karrierebibel bot schon 2008 ganze 45 Wege gegen gefährliche Aufschieberitis…
“Fahr zur Hölle” von Kathy Reichs
„Blut vergisst nicht“ war schon deutlich besser als sein Vorgänger „Das Grab ist nur der Anfang“. Mit „Fahr zur Hölle“ hat Kathy Reichs nochmals ein wenig nachgelegt. Ganz ohne Tempe-Ryan-Herzschmerz (oder fast) und durchaus spannend erzählt.
Das Buch ist so etwas wie eine Motto-Show – nicht das erste Mal bei Kathy Reichs und hoffentlich nicht das letzte Mal. Natürlich kann genau das auch zum Kritikpunkt werden. „Fahr zur Hölle“ findet im Dunstkreis von Autorennen statt – nicht jedermanns Sache. Auch meine nicht so sehr, aber dennoch war das Buch angenehm zu lesen.
Wie so oft werden auch in diesem Thriller eine Menge falscher Fährten gelegt. Hier ist es mal der Rennzirkus, mal die Nationalsozialisten und „White Pride“-Anhänger in den USA.
Gekonnt spielt Kathy Reichs mit Worten und versucht über Fetzen den Leser in falsche Richtungen zu locken. Doch so richtig gut will es nicht gelingen, denn der geneigte Thriller-Leser weiß wohl mittlerweile gut einzuschätzen, wann eine Fährte so einfach erscheint, dass sie einfach nicht wahr sein kann und wann eine Lösung einfach sein muss, weil die Protagonisten der Geschichte es sich so unglaublich schwer machen. So ist es auch hier.
Der Spannungsbogen wird dennoch gut aufgebaut. Manchmal möchte man Temperance Brennan packen und schütteln und anbrüllen: „Meine Güte! Jetzt DENK NACH! So verflixt schwer ist das nicht!!!“
Das Ende kam jedoch in „Fahr zur Hölle“ ähnlich abrupt wie schon in den letzten Romanen. Ein „Oh Mist… jetzt aber schnell zu Ende bringen“-Gefühl schleicht sich auch hier ein, wenn gefühlte 10 Seite vor dem Buchende Dr. Brennan noch immer keinen wirklichen Plan hat, was passiert und dann Hopplahopp alles zum Ende geführt wird.
Fazit:
Für eingefleischte Brennan-Roman-Fans ein Buch, das nicht in der Sammlung fehlen sollte. Für Brennan-Neulinge: Lieber erst die alten Sachen lesen.
Von erstbester Ware und gequälten Katzen
Werbung darf nicht ungefragt und unsortiert im Briefkasten landen.
Ein Mann hat vor dem Landgericht Lüneburg durchgesetzt, dass er sich aussuchen kann, welche Werbung er erhält und welche nicht. Streitpunkt waren Postwurfsendungen mit Werbung, die in Folie verpackt sind und zur Mülltrennung zwingen. Irgendwo kann ich den Mann verstehen – es hat mich auch das ein oder andere Mal geärgert. Doch eigentlich möchte ich diesen Quell an natürlicher Comedy eigentlich nicht missen. Vor allen Dingen jetzt, wo es auf die Feiertage zugeht und die Werbung in Massen im Briefkasten liegt.
Viele Unternehmen zeigen in dieser Zeit mal wieder, dass es durchaus lohnen kann, auf professionelle Texter zu setzen, statt auf Praktikanten…
Netto Marken-Discount beispielsweise bietet vom 12.12 – 17.12 einen leckeren Balsamico Fruchtaufstrich. Und der besteht zu 70% aus Früchten „erstbester Qualität“. Guten Appetit.
(Das ist übrigens auch nicht der einzige Bock, der hier geschossen wurde. Und selbst das, was orthographisch und grammatikalisch richtig ist, entbehrt nicht einer gewissen Komik: Pralinensorten „schmiegen sich sanft in feinster Schokolade“, mit der Entenbrust „erhebt“ der Kunde sich in „neue Genuss-Sphären“ und derlei mehr „gewollt und nicht gekonnt“-Hinweise auf die Exklusivität, für die der Koch Christian Henze Gesicht und Namen im Prospekt hergibt)
Auch spannend ist zum Jahreswechsel hin die Frage: „Katzenquäler oder Rechtschreibverweigere?“ So gibt es alljährlich Sylvester-Buffets.
Für alle, die nicht verstehen, was das mit Katzen zu tun hat:
Silvester – das mit dem Feuerwerk
Sylvester – böses Miezekatzi, das kleine gelbe Vögel frisst.
Oder einfach hier weiterlesen.
Über Sprachreflektion und andere Schweinereien / Schlecker Teil 2
Einer meiner Germanistik-Professoren sagte so schön: „Sprache lebt – ob es uns gefällt oder nicht.“ Basta. Ende.
Leider muss ich da mit einem „Ja ABER!“ kommen, denn manchmal tut es einfach weh.
So wie der Schlecker-Werbespruch „For You – vor Ort“ (versuchen Sie das mal zu schreiben!) – der TUT weh. Beim Hören, beim Lesen, beim Schreiben.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Verein für Sprachpflege e.V. Schlecker an den „Sprachsünder-Pranger“ stellte.
Außerdem wurde eine Unterschriftensammlung gegen den Werbespruch gestartete. Mit wenig Erfolg, wie sich von selbst versteht, denn kein Unternehmen wird einen Fleck auf die weiße Weste der Werbesprüche kommen lassen, für die man schließlich viel Geld bezahlt hat.
„For you – vor Ort“ ist aber nicht der einzige „Angriff“, den Schlecker startet. Schlecker hat jetzt nämlich einen Leiter für Unternehmenskommunikation und der antwortet sogar auf die Sammlung von Unterschriften.
Er selbst sei Geisteswissenschaftler und könne als solcher die Kritik verstehen. Allerdings fordert der gute Mann auf, dass man doch mal in die unternehmerische Perspektive wechseln solle.
Okay – jetzt könnte man unterstellen, dass alle Geisteswissenschaftler dazu eh nicht in der Lage sind, weil sie ja nur Taxifahrer sind… aber so weit möchte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Schließlich bin ich Geisteswissenschaftlerin und seit über 10 Jahren selbständig. Ich bilde mir also ein, ein gewisses Maß an unternehmerischem Denken mitzubringen. Und in diesen 10 Jahren habe ich eins gelernt: Man sollte weder Kunden, noch Kritikern auf die Füße treten.
Das ist etwas, was der Herr „Leiter Unternehmenskommunikation“ aber eindrucksvoll auf einer DIN A4-Seite schafft:
Er unterstellt den Unterzeichnenden indirekt wirtschaftliche und unternehmerische Inkompetenz und er gewährt Einblicke in die Schlecker-Rezeption der eigenen Kunden.
Und eigentlich schafft er es sogar, gleich allen anderen auch noch eins zu verbraten.
Seiner Theorie nach, sind vielleicht 5% der Bevölkerung „promovierte Akademiker, Philologen und andere reflektierte Sprachverwender“.
Da allein 2 – 3 % eines durchschnittlichen Altersjahrgangs promoviert werden und viele Hochschulen philologische Fachbereiche und entsprechende Studierende haben, bleibt ja nicht mehr viel Raum für andere „reflektierte Sprachverwender“: Also all ihr nicht-promovierten Nicht-Philologie Akademiker, irgendwie sieht es so aus, als würde man euch hier die Fähigkeit zur Sprachreflektion absprechen…
Man könnte auch einfach sagen: 95% der Deutschen ist ihre Sprache scheißegal. Ob das so stimmt?
Aber besser noch als diese hochwissenschaftliche Erkenntnis finde ich den Zusammenhang:
„Schlecker hat nach einem neuen Unternehmensmotto gesucht. Dieses Motto sollte die durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niedrigeren bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind, ansprechen. […] die Zielgruppe unseres Werbespruchs sind auch nicht die vielleicht 5% der Bevölkerung, zu denen Sie und andere Mitunterzeichner gehören (nämlich promovierte Akademiker, Philologen und andere reflektierte Sprachverwender) – sondern die übrigen 95%.“
Ich finde das – auch wenn ich zu den angesprochenen 5% gehöre, für die restlichen 95% schon eine ziemliche Unverschämtheit und schwer zu schlucken… (Mal ganz abgesehen davon, dass wohl kein Schleckerkunde unter in das Raster „niedrigeres Bildungsniveau“ fallen möchte – ob es nun stimmt oder nicht. Das möchte man so deutlich einfach nicht hören).
Möchte sich dazu eigentlich mal jemand äußern, der nicht promoviert und nicht Philologe ist?
Pädagogen? Handwerker? Ingenieure? Taxifahrer (;-) )? Naturwissenschaftler? Kaufleute? Verkäufer? Ich bin gespannt…
Ich fürchte fast, dass da jedem den akademisch-arroganten Zusammenhalt maßlos überschätzt hat
Hier der Brief in voller Pracht:
Aussagen einschränken und ausweiten in einem Atemzug – bis zum Exitus
Geschäftsaufgaben sind immer eine unschöne Angelegenheit – es gibt aber Geschäfte, bei denen es einen nicht wirklich wundert. Das Interform Einrichtungshaus in Koblenz ist so ein Fall – Verkäufern bin ich in diesem Laden nie begegnet. Allerdings hätte ich von den wahlweise überteuerten oder altmodischen (oder beidem…) Möbeln auch nicht unbedingt etwas kaufen wollen und so war ich nicht wirklich oft drin.
Dass man trotz der Geschäftsaufgabe seinen Humor nicht verloren hat, zeigt das Unternehmen aber mit überdimensionaler Werbetafel:
„Alles bis zum ½ Preis und mehr reduziert.“
Das scheint mir eine sehr konsequente Fortsetzung der Unternehmensphilosophie zu sein.
„Bis zum… und mehr“, sagt ja im Prinzip so viel wie: „Und kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.“
So ähnlich ging es mir als Kunden dort immer: „Ob du was kaufst oder nicht…“
Schade nur für die Mitarbeiter des Unternehmens (wenn es denn welche gab?)
For You… Es gibt da so Tage…
Werbung ist was Feines… es gibt da so Tage, an denen möchte man seinen Fernseher aus dem Fenster werfen oder wenigstens den Werbemachern auf dem Schulhof des Lebens die Brotdose klauen…
So verursachte die Schlecker-TV-Werbung bei mir gestern einen akuten Anfall von “Ohgottohgottohgottohgott…”
For You – Vor Ort.
WER erlaubt sowas eigentlich?
Ich dachte ja fast, dass es nach Douglas und “Come in and find out” kaum mehr schlimmer ging… Und wieder war es ein Tag, an dem ich eines besseren belehrt wurde…
Jeden Tag ein bisschen besser (schreiben lernen).
Kannst Du „dieses, jenes, welches“ sagen…
Kennen Sie diesen Spruch noch? Leider „gilt“ er ja nicht mehr, weil ja heutzutage kein „s“ mehr einen Buckel trägt, sondern mal verdoppelt wird und mal nicht.
Statt dessen haben wir uns daran gewöhnt, dass Rechtschreibung einfach auch mal kreativ ausgelegt wird. So hält sich hartnäckig das Gerücht, dass ein „das“ am Anfang eines Satzes NIE mit zwei S geschrieben werden darf. Noch hartnäckiger sogar als die Annahme, dass ein „das“ nach einem Komma IMMER mit zwei S geschrieben wird.
DASS das so nicht stimmt, gilt auch für ein großes Unternehmen, DAS sich bei Kindern für die Teilnahme an einer Veranstaltung bedanken möchte.
Ich selbst mache mich nicht von Fehlern frei – ich bin kein Lektor und Fehler passieren – auch blöde Fehler. Buchstaben verschwinden und tauchen an Stellen wieder auf, wo sie nicht hingehören. In Bandwurmsätzen geht die Grammatik durcheinander und manches ist auch einfach schlicht falsch.
Aber manche Dinge sollten definitiv nicht passieren. Namhafte Unternehmen beispielsweise sollten dann vielleicht doch einen Lektor über das schauen lassen, was sie der Öffentlichkeit präsentieren.
Insbesondere dann, wenn sich ihre Ergüsse an Kinder richten.
Insebesondere dann, wenn es sich um plakative 5 – 6 Wörter handelt.
Jeden Tag ein bisschen besser (schreiben lernen).
Was mich hieran besonders betrübt… ausgerechnet für die REWE Group war ich schon als Dozentin tätig… Neue Rechtschreibung für Kaufleute… Ehrlich: Ich hab es ihnen wirklich RICHTIG beigebracht
Aber insgesamt natürlich eine tolle Aktion: http://www.rewe-kindertag-leipzig.de/
Danke an die Verkehrsunternehmen im Kreis Neuwied: Der Schulbusverkehr ist sicher!
Keine Sorge, hier spricht der blanke Sarkasmus.
Nachdem wir vor 1,5 Jahren die wundersame Begebenheit hatten, dass ein Schulbusfahrer der Transdev aus Koblenz unseren Sohn im Winter nachdem heftige Schneefälle eingesetzt hatten, in Stebach im Kreis Neuwied aus dem Bus setzen wollte, weil er unseren Ort nicht mehr anfahren wollte, gab es nach vielen kleineren Katastrophen heute die Begebenheit, die für mich (mal wieder) das Fass zum Überlaufen brachte.
Aber schauen wir in den angesprochenen Winter zurück: VRW-Fahrer setzt meinen Sohn aus
Den Nachmittag über hatte es stark geschneit, die Straßen im Kreis Neuwied waren nur mäßig geräumt und in unseren Ort geht es steil hinab und steil wieder raus – verständlich also, dass der Fahrer diesen Weg nicht riskieren wollte. Absolut unverständlich jedoch das folgende Verhalten. Er forderte meinen Sohn (damals 7 Jahre) auf, den Bus zu verlassen. Erst als der Kurze sich schlicht weigerte, das zu tun, informierte der Fahrer die Zentrale und dann uns bzw. meinen Mann, der damals im Homeoffice arbeitete, aber kein Auto zu Hause hatte, mit dem wiederum ich auf der Arbeit war. Wir sollten das Kind in Stebach abholen – er müsse nun aussteigen. Nach einem Wutanfall meines Mannes erklärte man sich bereit, unseren Sohn eine Ortschaft weiter mitzunehmen, wo es immerhin Geschäfte gab, in die er gehen konnte. Ich musste damals meinen Arbeitgeber informieren, dass ich alles stehen und liegen lassen müsse, um mein Kind zu holen. Nachdem mein Sohn fast eine Stunde in Schnee und einsetzender Dunkelheit gestanden hatte, habe ich ihn dann auch endlich einsammeln können – denn mein Arbeitsweg war lang und das Wetter eben schlecht.
Die RheinZeitung berichtete damals über das Geschehen. Nach einigem Hin und Her fanden wir sogar heraus, wer letztlich verantwortlich in der Transdev ist. Da weder VRW, noch Transdev irgendetwas sagen konnten und wollten, kam irgendwann heraus, dass es die Stadtwerke Bonn (SWB) sind, denen die Unternehmen gehören.
Von dort rief mich dann auch jemand an und entschuldigte sich offiziell für den Vorfall. Er bot mir an, mich jederzeit an ihn wenden zu können, wenn etwas Derartiges wieder vorkommt. Leider muss ich sagen, dass dieser Herr der SWB in diesem und den angegliederten Unternehmen der einzige war, der freundlich blieb. Von den Mitarbeitern – insbesondere des VRW, dessen Busse die Fahrten machten und der wiederum zur Transdev gehört – kann ich das nicht behaupten. Diese waren allesamt unfreundlich bis unverschämt.
Die Verantwortung liegt auch im Schulbus bei den Eltern
Nach einigem Hin und Her, in das sich dann sogar der Ganztagsschulbeauftragte des Mainzer Ministeriums einschaltete, kam nach und nach heraus, dass die Aufsichtspflicht im Schulbus bei den Eltern liegt. Mir ist bis heute nicht klar, wie das funktionieren soll – aber das sei einfach mal dahin gestellt. Offensichtlich ist es aber rechtlich in Ordnung, wenn ein Schüler aus dem Bus gesetzt wird. Moralisch offensichtlich wenigstens soweit nicht, dass sich besagter Mitarbeiter der SWB entschuldigte.
Schulbusse im Kreis Neuwied sicher? – Schauen wir auf die seit dem vergangene Zeit zurück
Unser Sohn berichtete uns in den vergangenen Monaten immer wieder von Bustüren, die während der Fahrt aufgehen, von Türen, die beim Stopp nicht aufgehen oder nicht wieder zu gehen, von blank liegenden Kabelbäumen im Bus und von Kabeln, an denen die Isolierung fehlt. Von Bremsen die blockieren und vielem, vielem mehr.
Gleichzeitig wurden immer wieder Untersuchungen veröffentlich, in denen beispielsweise die Polizei nur „wenig Mängel“ oder „in Ausnahmefällen schwere Mängel“ an den Bussen im Kreis Neuwied festgestellt werden konnten. Bei den fast wöchentlichen Berichten der „Buskinder“ kaum nachvollziehbar. Und spätestens hier stellt sich mir die Frage, wie weit denn bitte meine Aufsichtspflicht in diesen Bussen gehen kann? Obliegt es mir, zu verhindern, dass sich mein Kind in Kabeln verheddert oder bei einem missglückten Bremsmanöver durch den Bus fliegt? Die Lösung, die mir auch schon angetragen wurde: Ich müsse mein Kind ja nicht in den Bus setzen.
Ja – das finde eine großartige Idee! Die Alternativen im ländlichen Bereich sind ja auch sehr umfangreich. Ich kann mein Kind nicht jeden Morgen aus der Schule holen und nachmittags wieder abholen. Das ist bereits freitags nötig, da man nicht in der Lage ist, freitags einen Bus einzusetzen, der direkt im Anschluss nach der 6. Stunde fährt. Stattdessen müssen die Kinder fast eine halbe Stunde warten und wären erst gegen halb drei zu Hause… Aber das ist nochmal eine andere Geschichte.
Wo also bleiben meine Möglichkeiten, mein Kind sicher in die Schule zu bekommen?
Ich finde, wenn der Kreis Neuwied Geld in die Hand nimmt, um den Schulbusverkehr zu finanzieren, sollte man auch darauf achten, dass man Qualität für das Geld bekommt. Wer sagt denn, dass sich der Kreis mit Ramschware zufrieden geben muss? Und nichts anderes sind die Schulbusse, die hier regelmäßig eingesetzt werden: Ramsch.
Und nun der heutige Tag: Mein Kind ist “verschwunden”
Gegen halb 9 klingelten heute Telefon und Handy. Die Schule fragte, warum wir unser Kind nicht abgemeldet hätten, man mache sich Sorgen. Nur hatten wir unseren Sohn pünktlich zum Bus geschickt… das ist ein echter Schockmoment für Eltern. Mein Kind ist nicht wieder nach Hause gekommen, aber auch nicht in der Schule angekommen. Also setzen wir uns ins Auto und machten uns auf die Suche – keine Spur vom Kind.
Auf dem Rückweg (eine anderen, als der, den wir hingefahren sind) kam uns dann ein sehr moderner, schicker Transdev – Bus entgegen: Voller Schulkinder. Eine ungewöhnliche Uhrzeit, deswegen sind wir dem Bus zur Schule gefolgt. Im Bus saß dann auch unser Sohn. Der andere Bus sei „rauchend stehen geblieben“ sagte mein Sohn – Fahrer und Fahrerin des sehr schönen Ersatzbusses sprachen nur von einem „Defekt“ und wurden auf unsere aufgebrachte Frage, warum denn bitte die Schule nicht informiert worden sei, ziemlich unfreundlich und pampig.
Letztlich war die Aussage, dass niemand in der Zentrale gewesen sei, der die Schulen hätte benachrichtigen können. Einen Ersatzbus hatte man in der Zentrale aber offensichtlich anfordern können. Da stellt sich dann die Frage, ob Transdev-Mitarbeiter tatsächlich zwar anwesend, aber nicht in der Lage sind, mit einer Schule Kontakt aufzunehmen. Für die Realschüler und Gymnasiasten ist diese fehlende Information der Schule vielleicht nicht einmal schlimm – denn dort werden direkt mehrere Schüler einer Klasse gefehlt haben, so dass ein Lehrer sich denken kann, was passiert ist. Mein Sohn ist aber der einzige Grundschüler, der mit diesem Bus fährt. Damit ist der Fall „Bus liegen geblieben“ wohl keiner, den man unmittelbar auf dem Plan hat.
Den Bus sahen wir dann übrigens auf dem Rückweg. Der Servicewagen der Transdev traf kurz nach uns ein. Auch der Fahrer, der im Bus saß, bestätigte uns, dass er die Zentrale informiert habe.
Wie kann es sein, dass es für solche Fälle keine Arbeitsanweisungen gibt? Es ist ja nun nicht so, dass hier 20 Telefonate geführt werden müssten. Es sind drei Schulen, die man informieren könnte: Die Gutenberg-Grundschule in Dierdorf, die Nelson-Mandela-Realschule und das Martin-Butzer-Gymnasium. Drei Schulen. Drei Anrufe. Und da alle in einem großen Gebäudekomplex untergebracht sind, würde vielleicht sogar einer reichen und die Schulen würden die Information untereinander weiter geben.
So hat mir das Ganze Kopf- und Bauchschmerzen, sowie Panikanflüge verschafft, der Klassenlehrerin und der Sekretärin der Schule echte Sorge, was mit einem ihrer Schüler passiert ist und meinem Sohn eine Freistunde, die er dann nach eigener Aussage doch nicht so cool fand – weil der Bus geraucht hat.
Und wenn ich mir den Ersatzbus – so schön, so neu und so modern – anschaue, der ja offensichtlich relativ schnell in weniger als einer Stunde zur Verfügung stand, frage ich mich, warum man die Schüler in alten Schrottkarren die Steigungen im Westerwald fahren lässt, wenn modernere Busse offensichtlich ungenutzt bleiben.
Abgesehen von der Arbeitszeit, die so etwas kostet, kostet es vor allen Dingen Nerven…
Forstarboretum Neuhäusel: Schade…
Vorletztes Wochenende zog es die Familie mal wieder raus. Die Frage war: Was tun? Kurzfristig für einen Ausflug entschieden. Kind und Hund sollten mit, möglichst nicht allzu weit weg und wenn es geht auch nicht zu teuer.
Zufällig stolperte mein Mann dann im Internet über das Forstarboretum in Neuhäusel – ich war sofort begeistert. Arboretum ist eigentlich immer sehr schön. Sohnemann war auch direkt dafür, schließlich hatte man gerade das Thema „Wald“ im Sachkundeunterricht.
Doch dann begannen die Probleme. Neuhäusel ist bekannt – klar. Zumindest die grobe Richtung und irgendwann bin ich auch schon mal durchgefahren, ja… aber wo soll da das Arboretum sein? Das Internet weiß bekanntlich viel – doch genau DAS weiß es nicht. Irgendwie fanden wir nur sehr allgemeine und grobe Angaben: B49 kurz vor (oder hinter, je nach Quelle) Ortsausgang Richtung Koblenz. Eine andere Quelle sagte, „in der Nähe des Stundensteins“ – was gleich die nächste Recherche zur Folge hatte: Was bitte ist der Stundenstein? (Es gibt derer 14 zwischen Köln und Frankfurt – kleine Obelisken am Straßenrand. Und ein Tipp: Wer das Ding von Montabaur aus kommend links am Straßenrand sieht: KEINE Vollbremsung hinlegen… das Forstarboretum haben wir DORT nicht gefunden.
Als „heißer Tipp“ stellte sich der Eisenköppel heraus – und das Navigationssystem fand auch mehr oder weniger gut hin. Ein recht idyllisches Wohngebiet und siehe da! Ein Schild weist in Richtung des Arboretums. Dann kommen eine Kreuzung und KEIN weiteres Schild. Da aber drei Richtungen irgendwie auch nur in Wohngebiete führen und die vierte in einem recht verwilderten Trampelpfad mündete, beschlossen wir, einfach mal zu parken und zu Fuß weiter zu suchen. Besagter Trampelpfad führt dann tatsächlich zum Arboretum, das durch ein wunderschönes Schild angekündigt wird.
Mutterseelenallein standen wir nun in mitten eines kleinen Hains, der ziemlich verwildert und ungepflegt scheint. Macht man sich dann dennoch auf den Weg über Pfade, die eher wie Trampelpfade aussehen und mitunter schon mal einfach im Nichts enden, sieht man wirklich viele interessante Bäume. Der Zuckerahorn hatte es unserem Nachwuchs natürlich angetan. Die Bäume sind beschildert – nur stehen manchmal auch Schilder, aber gar keine Bäume mehr – oder tote.
Beschilderung
Mein Mann murmelte die ganze Zeit vor sich hin, dass es einfach nur schade sei, dass man so wenig aus diesem Kleinod macht und ich dachte immer wieder an den Sachkundeunterricht meines Sohnes: Hier könnte man toll eine Führung machen und den Kids die verschiedenen Baumarten zeigen. Stattdessen gibt es nicht einmal etwas wie einen Rundweg. Und so steht man plötzlich direkt an der neuen Führung der B49.
Man kann auch drunter her gehen – was meiner Höhenangst übrigens nicht zuträglich war – ob es auf der anderen Seite jedoch weiter geht, vermag ich nicht zu sagen. Ein steiler, völlig zu gewucherter Weg führt wieder in ein Waldstück – nichts für Familie mit Hund und Kind.
Aber immerhin kommt langsam Leben in das Arboretum – scheinbar hat sich eine weitere Familie hierher verirrt. Ein Mann führt seine Hunde Gassi. Eine ältere Dame mit Handtaschenhund äußert uns gegenüber verwundert, dass hier heute aber viel los sei – sonst sei nie jemand da. Und ich kann es fast verstehen. Ein Weg endet ebenfalls zugewuchert an einem Schild, das darauf hinweist, dass hier 120 Baumarten stehen sollen. Also geht’s wieder zurück – und das mit gemischten Gefühlen.
Die Bäume, die hier die Attraktion darstellen sollen, stehen fast schon zu dicht – auch wenn das Arboretum vor 50 Jahren angelegt wurde, hätte man die Größe der Bäume vielleicht besser berücksichtigen sollen. Es scheint kein Konzept vorzuliegen – und wenn doch, ist es nicht ersichtlich.
Es fehlt die „Leitung“ der Besucher durch dieses Kleinod. Offensichtlich wird das Arboretum eher als Gassigeh-Strecke genutzt, als dass hier Naturkunde oder Kultur zu betrachten ist. Dennoch sind die Bäume beeindruckend. Thujen, die hoch in den Himmel ragen und Mammutbäume, die es in der Größe zwar noch nicht mit dem auf Monrepos aufnehmen können, aber die etwas von ihrer künftigen Stattlichkeit erahnen lassen.
Fazit:
- Kaum Infos im Netz zu finden
- Von Montabaur aus extrem schlecht ausgeschildet, nur ortskundig oder mit Navi (Eisenköppel) zu finden. Von Koblenz aus kommend gibt es übrigens ein weiteres Hinweisschild, wie wir auf der Rückfahrt sahen.
- Keine Parkmöglichkeiten, da direkt im Wohngebiet
- Kein Rundweg/Rundgang
- Wirkt eher ungepflegt / verwildert
+ tolle Bäume
+ Bäume sind gut beschildert
+ ruhig – gut geeignet für einen ruhigen Sonntagsspaziergang
+ kostenlos und interessant
Bleibt die Frage: Haben wir etwas falsch gemacht? Gibt es all die Infos, die wir gerne gehabt hätten, haben wir sie nur nicht gefunden?
Grade im Zuge der Buga kann und will ich mir nur schlecht vorstellen, dass so etwas nicht als Attraktion angeboten wird… Schade.
LG Optimus Black von 1 & 1 im Test: Akku, GPS und Kamera
Zweieinhalb Wochen teste ich das LG Optimus Black nun, das 1 & 1 an fünf Blogger verloste. Alles in allem bin ich zufrieden, wenngleich die Windows-XP-Problematik mich langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt. Trotz angeblich passendem Treiber „vergessen“ PC und Handy regelmäßig, dass sie sich kennen. Ich bin dazu übergegangen, mir Dateien per Mail vom Handy auf den Laptop und umgekehrt zu schicken. Das ist natürlich kein Zustand, doch fehlt mir momentan die Zeit, mich intensiver mit diesem Problem auseinander zu setzen.
Kommen wir zu einigen Punkten, die ich hier nun besprechen wollte:
1. Der Akku des LG Optimus Black
Das Gerät, das 1 & 1 mit dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat, verfügt über eine ordentlich Akkuleistung. Einen vollen Arbeitstag im W-Lan / mobilem Internet inkl. Nutzung einiger Apps steht es bei voller Ladung durch. Gut – sagen wir: einen 8-Stunden-Arbeitstag.
Da ich jedoch selbständig bin, habe ich selten einen – allerdings auch oft genug Gelegenheit, das Teil ans Netz zu hängen. So schnell kündigt mir keiner wegen Stromklaus.
Läuft allerdings das GPS auch noch mit, verringert sich die Akkuladung rapide. Morgens eine Stunde mit App & GPS laufen plus voller Arbeitstag ist leider nicht drin.
Bei meinen früheren „nur“ Handys habe ich immer viel Wert auf möglichst lange Akkulaufzeiten gelegt, aufgrund des wachsenden Funktionsumfangs der Geräte muss man hier aber wohl einfach Abstriche machen. Dafür lädt das LG auch verflixt schnell wieder auf: Maximal zwei Stunden am Netz und der Akku ist wieder voll.
2. GPS-Empfang mit dem LG von 1 & 1
Tja… ich bin noch unentschlossen. Hauptsächlich brauche ich das GPS für das Lauftraining im Wald – und dafür reicht es auch völlig aus. Allerdings sollte man darauf achten, dass man das GPS anstellt und einen Satelliten anfunken lässt, BEVOR man unter dem Blätterdach verschwindet.
Ist der erste Kontakt hergestellt, macht das GPS beim Laufen keine Schwierigkeiten mehr.
Anders sieht es da bei der Navigation im Auto aus. Die vorinstallierte Software ist zwar top – zumindest im Vergleich zu meinem „nur“ Navi im Auto, das wirklich gar nichts kann und kennt, allerdings sind wir hier halt im Westerwald. Mit Betonung auf Wald. Wenn man mit dem LG Optimus Black als Navigationsgerät durch etwas dichter bewaldetes Gebiet fährt, verliert es schon mal den Weg und braucht dann relativ lange, bis es sich wieder fängt.
Einmal half es nur noch, anzuhalten und zu warten, bis das Gerät wieder wusste, wo es war.
Das ist natürlich ärgerlich, wenn man sich darauf verlässt – allerdings, und das fiel mir erst letztens wieder auf, sollte man ohnehin mehr seinem gesunden Menschenverstand und weniger der Technik vertrauen, wenn es um das Wege finden geht… Bei einem Navi fände ich die Leistung indiskutabel – für ein Smartphone ist sie absolut in Ordnung. Insgesamt findet das Optimus Black jedoch deutlich schneller und besser ein GPS-Signal, als es beispielsweise das HTC Hero tut.
Wer dennoch plant, das Optimus Black als Navi einzusetzen, sollte taub sein oder schmerzfrei. Der Lautsprecher ist nämlich schlicht eine scheppernde Katastrophe.
3. Die Kamera des Optimus Black
Ich knipse sehr gerne mal in der Gegend rum und früher sagte ich immer: „Ich brauche keine Kamera im Handy – ich hab doch eine richtige.“
Diese Zeiten sind wirklich vorbei. Abgesehen vom fehlenden optischen Zoom steht die Kamera dieses LG einer einfachen Digitalkamera in nichts nach. Bei hochpreisigen Kameras ist das vielleicht noch etwas anderes, aber so etwas besitze ich nicht – ich machs eh nur kaputt…
Ich war bei meinem LG Arena sehr begeistern von der kurzen Auslösezeit und finde, das ist der einzige Abstrich, den man beim Optimus Black machen muss: Es löst langsamer aus als das LG Arena. Aber damit noch längst nicht langsam. Wie schon im letzten Beitrag angemerkt sind die Kindergeburtstagsfotos wirklich schön geworden. Hier mal einige Beispiele für Bilder des Optimus Black – mit Außen- und Innenkamera. Kann sich alles sehen lassen, denke ich.
Die Bilder liegen extern, da ich sie in voller Größe hochladen wollte. Anklicken also auf eigene Gefahr
Was guggst du??! (Außenkamera – Model ganz nah…)
Abhängen (Außenkamera – Model ganz relaxed und weiter weg…)
Innenkamera funktioniert trotz gefärbter Haare.
Demnächst folgt hier dann noch ein abschließendes Fazit, wenn die vier Testwochen um sind. Vielleicht schaffe ich es bis dahin ja auch, XP-Lappi und LG Blacky miteinander zu befreunden
Und dann verrate ich auch ein bisschen was über so unwesentliche Sachen wie das Telefonieren mit dem LG Optimus Black *g*
















